Experten

Dr. Gerd Britsch
Praktischer Tierarzt in der Vogel- und Reptilienpraxis Dr. Britsch

"Das die Zwangsernährung der Gänse um Gänsestopfleber herzustellen noch erlaubt ist, ist aus tiermedizinischer Sicht unverständlich. Hergestellt wird ein krankhaft verändertes Organ, die so genannte Fettleber. Bei meinen Patienten ist die Fettleber ein behandlungswürdiger Organzustand, und sollte nicht Ziel einer sehr speziellen Form der Geflügelhaltung sein."

Dr. Tiedemann
Präsident der Tierärztekammer Niedersachsen

"das Stopfen von Enten und Gänsen ist in Deutschland aus Gründen des Tierschutzes verboten. Folgerichtig müsste auch der Import von Lebensmitteln zwangsernährter Tiere verboten werden. Begrüßenswert wäre ein EU-weites Verbot der Zwangsernährung von Tieren zur Gewinnung von Lebensmitteln."

Dr. Reball
Fachtierärztin für Geflügel, Wild-, Zier- und Zoovögel

"Die Kriterien zur positiven Beurteilung von Lebensqualität sind bei dauerhafter Zwangsernährung von Tieren nicht erfüllt. Bei meinen Patienten ist es im Krankheitsfall häufig erforderlich, ein Tier per Sonde zwangsweise mit Nahrung zu versorgen. Sobald dieses keine zeitlich begrenzte Handlung, die auf einen konkreten Krankheitszustand beschränkt ist, darstellt, halte ich ein solches Vorgehen für moralisch inakzeptabel und dem respektvollen Umgang mit unserern Mitgeschöpfen widersprechend. Hinzu kommt im konkreten Fall der Gänsestopfleber, dass durch die Zusammensetzung der Nahrung künstlich ein krankhafter Zustand des lebenswichtigen Organs Leber, eine sogenannte Fettleber, erzeugt wird."

Das Europäische Komitee für Tiergesundheit und Artgerechte Haltung
besteht aus Spezialist_innen der Veterinärmedizin, Verhaltensforschung, Zoologie, Agrarwissenschaften und Neurobiologie.

"Es gibt Anzeichen, dass Struktur und Funktion der Leber bei zwangsgefütterten Gänsen und Enten erheblich verändert und eingeschränkt sind. Das Europäische Komittee für Tiergesundheit und Artgerechte Haltung kam zu dem Schluss, dass das Stopfen, wie es derzeit praktiziert wird, dem Wohlergehen der Vögel abträglich ist."

Dr. D.J. Alexander
Mitglied des Komitees

"Die einzig akzeptable Empfehlung, die das Komitee aussprechen kann, ist, die Zwangsfütterung von Enten und Gänsen zu beenden. Und der beste Weg dies zu erreichen besteht darin Produktion, Import, Distribution und Verkauf von Stopfleber zu verbieten."

Yvan Beck
Doktor der Tiermedizin an der Universität von Lütig, Belgien.

"Die Produktion von Stopfleber, insbesondere in industriellen Betrieben, ruft physisches und ethnologisches Leid bei den Wasservögeln hervor. Das ist eine Tatsache. Die eigentliche Debatte ist, ob man dies in dieser Industrie akzeptiert oder nicht."

Stellungnahme der American Veterinary Medical Association
Vereinigung, die mehr als 82.500 Tierärzte in den U.S.A. repräsentiert

"Die Zwangsernährung berücksichtigt nicht die Bedürfnisse der Tiere und ihre Homeostase oder ihr inneres, physisches oder psychologisches Gleichgewicht."

Ian J.H. Duncan
Lehrstuhl für Tierschutz an der Universität Guelph, Ontario, Kanada.

"Meiner Meinung nach ist die Zwangsernährung von Gänsen und Enten für die Produktion von Stopfleber eine grausame und inhumane Praktik, die verboten werden sollte. Diese Grausamkeit besteht aus zwei Aspekten: "

1. Das Einführen von Nahrung durch den Hals der Vögel, welches die Höchstgrenze ihres Appetits übersteigt, verursacht ihnen Schmerzen und Leid. Zudem wird durch das reguläre Einführen des Stopftrichters in die Speiseröhre, so wie es normalerweise mehrfach am Tag geschieht, unweigerlich die Speiseröhre verletzt. Bei Verletzungen der Speiseröhre wird der Schmerz bei jeder erneuten Zwangsernährung verschlimmert."

2. Die Zwangsernährung führt in kürzester Zeit zu fettleibigen Vögeln in pathologischem Zustand, der sich Steatosis hepatis oder Fettleber nennt. Es besteht kein Zweifel daran, dass sich die Vögel in diesem pathologischen Zustand krank fühlen. Meiner Meinung nach ist es ethisch nicht vertretbar, ein Tier vorsätzlich in einen kranken Zustand zu versetzen. Die Fettleibigkeit der Vögel führt zu einer Vielzahl anderer Probleme, von Problemen im Körperbau hin zu Schwierigkeiten in der Anpassung an wärmebedingten Stress und die ständige Belastung durch das Gefühl krank zu sein.
Ich glaube, dass kein zivilisiertes Land erlauben sollte, dass diese barbarische Praktik durchgeführt wird."

Lynn R. Dustin
Tierarzt, Bay Area Bird Hospital, San Francisco, Kalifornien, U.S.A.

"Durch die Zwangsernährung können verschiedene Verletzungen verursacht werden. Da eine Sonde von Nahrung durch die Speiseröhre eingeführt wird, können, wenn die Nahrung zu heiß ist, Verbrennungen entstehen und der Stopftrichter kann Entzündungen, Blutergüsse und ein Durchbohren des Halsbereiches herbeiführen. Weitere Folgen sind die extreme Ausweitung der Speiseröhre, Verletzungen in Hals, Nacken und Brust und mögliches Ersticken. Bestimmte Entenarten "füllen" sich selbst vor der Migration sehr stark mit Nahrung ab. Dennoch würden sie niemals so viel Nahrung zu sich nehmen, als dass dies eine Erkrankung herbeiführen würde, oder sie nicht mehr richtig atmen oder laufen könnten. Dies jedoch sind die Folgen der Zwangsernährung. Sie würden auch keine Wundverletzungen von einer Röhre, die in ihren Hals gepresst wird, davon tragen.[…] Es ist nichts natürliches an der Produktion von Stopfleber. […] Der Vorgang der Zwangsernährung einer Ente, um eine Fettleber zu produzieren, ist grausam und qualvoll und sollte rechtlich untersagt sein."

Wendy Jensen
Tierärztin, Concord, New Hampshire, U.S.A.

"Nachdem ich aus erster Hand diese schreckliche Qual der Enten erlebt habe […] welche durch die Autopsieberichte bestätigt wurde[…] fühle ich mich verpflichtet zu schlussfolgern, dass die Produktion von Stopfleber zu einem grausamen Preis für die Vögel erfolgt. Foie Gras, welches als gastronomischer Leckerbissen und Gaumenfreude gehandelt wird, ist in Wirklichkeit nur das kranke Gewebe eines kranken, gefolterten Tieres."

Christine Nicol
Lehrerin für Tierschutz an der Veterinärhochschule in Bristol, England.

"Meine Meinung zur Produktion von Stopfleber ist eindeutig und basiert auf biologischen Tatsachen. Die Praktik führt inakzeptables Leid der Tiere mit sich. Der Hauptfaktor ist das Anwenden von Gewalt […] Die Produktion von Stopfleber nimmt keinerlei Rücksicht auf die physiologischen Eigenschaften der Vögel, sondern beinhaltet eine Zwangsernährung, die mit der natürlichen Lebens-und Ernährungsweise der Vögel nicht mehr viel zu tun hat. Der Vorgang wiederholt sich täglich über mehrere Wochen hinweg und ruft Wunden im Halsbereich, pathologische Veränderungen der Leber und eine schmerzhafte Ausdehnung des Unterleibs, die Bewegungen einschränkt, hervor. […] Die Produktion von Stopfleber reduziert deutlich das Wohlergehen […] Sie fügt Schmerz zu und als Konsequenz der Zwangsernährung führt sie zu Unwohlsein, da der Körper sich gegen die extreme Unausgewogenheit der Ernährung und die Schmerzen aufgrund der Anwendung von Gewalt wehrt. Das schwerwiegendste Unbehagen wird durch den Verlust der homöostatischen Selbstregulation hervorgerufen, da ihr Kontrollmechanismus für Hunger aufgehoben wird."

Ward B. Stone
Pathologe für Wildtiere. Abteilung für Umweltschutz in New York.
Einheit für Pathologie von Wildtieren, Delmar, New York, U.S.A.

"Aufgrund der pathologischen Folgen der Produktion von Stopfleber, empfehle ich dringlichst, dass diese Praktik gesetzwidrig wird."

Christine Van Berchem
Tierärztin, Brüssel, Belgien.

"Es gibt keinerlei Zweifel daran, dass die Zwangsernährung ihnen physiologisches Leid zufügt und dass es ihr Wohlergehen drastisch einschränkt… Die Zwangsernährung ist aus ethischer Sicht eine verwerfliche Praktik."

René Zayan
Dozent für Ethologie an der Université Catholique de Louvain, Louvain-la-Neuve, Belgien.

"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die erzwungene Ernährung bei Enten im Normalzustand nicht existiert und dass im Falle der Hyperplasie bei einer Ente unter normalen Verhältnissen, diese als pathologische Verhaltensweise symptomatisch für physischen und sozialen Stress steht. Man kann auf keinen Fall bestätigen, dass die Zwangsernährung eine physiologische, viszerale oder grundlegende Notwendigkeit wäre, da die Bedürfnisse eines Tieres mit einer spontanen oder erlernten Wahl einhergehen und das aktive Suchen nach Nahrung für ihre Gesundheit ausschlaggebend ist."

 

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Der Großteil der Bevölkerung stimmt darin überein, dass wir anderen kein Leid oder Schaden zufügen sollten, wenn es zu vermeiden ist. Wir können eine riesige Anzahl an Todesopfern vermeiden und eine große Menge an Leid verhindern, indem wir uns für eine Ernährung ohne Tierprodukte entscheiden.

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